| Cleantech Kongress: Green Venture Summit | | Drucken | |
|
In Deutschland gibt es inzwischen ein grosses Angebot an Veranstaltungen zu den Themenkreisen Grünes Geld, Neue Wirtschaft, Corporate Social Responsibility (CSR), Green Lifestyle oder nachhaltige Wirtschaft. Und wie so oft unterscheiden sich ähnliche Events nur dadurch, aus welchem Kreise die Veranstalter stammen: Politik, Verbände, Wirtschaft oder Wissenschaft. Jeweils spezifische Interessensgebiete sind damit verbunden.
Ein auffälliger Punkt war bisher ganz generell die nachhaltige Kommunikation, die spielt sich meist nur in Fachkreisen mit entsprechender akademischer Fachsprache ab. Auch wenn ein Expertenaustausch notwendig ist, wird je nach Absichten die Zivilgesellschaft kaum eingebunden. Die Information, den Dialog zum Bürger in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, das sollen die Massenmedien oder die PR-Industrie übernehmen. Die allerdings sind Interessensgetrieben und haben so gut wie keine Ambitionen oder auch keine Fachkompetenz, vielleicht haben sie eine grosse Chance zu echtem Wandel überhaupt noch nicht erkannt.
In Berlin begegneten sich grüne Gründer während des Green Venture Summit, die mit umweltbewussten Investoren zusammentrafen.
LOHAS.de
war als Medienpartner vor Ort und hat einen Eindruck gewonnen von Vertretern der Branchen. Erwähnenswert ist auch das Kongresszentrum MOSKAU, unweit vom Alexanderplatz in der Karl-Marx-Allee. Diese Umgebung wurde wohl nicht zufällig ausgewählt und hat neben dem Symbolcharakter einen natürlichen Charme, der perfekt dem Klischee östlicher Plattenbauarchitektur entspricht.
Was auch auffällt ist die Tatsache, dass sich Experten in verschiedenen Konstellationen auf Veranstaltungen wiedertreffen und sich gegenseitig die bekannten Fakten neu erzählen, vielleicht neben der öffentlichen Aufmerksamkeit auch in der Hoffnung, dass dadurch der Weg geebnet wird. In diesem Zusammenhang passen auch die einleitenden Worte von Herrman Scheer (Bundestagsabgeordneter der SPD und Präsident von Eurosolar, Film 4. Revolution), der vor überzogenen Erwartungen durch Experten warnte, da diese Gruppe von Menschen oft einen Tunnelblick entwickelt haben, was kaum zielführend sein kann. Was wir benötigen sind Menschen (aus der Mitte der Gesellschaft) mit Weitblick.
Die Ausrichtung auf dem ersten Green Venture Summit zielte auf Innovationen klimafreundlicher Energiegewinnung, nachhaltiges Wirtschaften oder auch grüne Architektur. Die Organisatoren hatten ein kompaktes Programm aufgestellt, mit hochrangigen Vertretern unterschiedlicher Branchen. Nokia als Leadsponsor stellte ihre Vision vor, mit nachhaltigen Massnahmen ihren Beitrag zu leisten, durch Materialien nachwachsender Rohstoffe sowie die Bemühung, möglichst viele Produkte wieder in einen Recycling-Kreislauf zu bringen. Das Projekt Green City Berlin TXL-Plus zeigte eine Vision für den Flughafen Tegel des Architekten Manfred von Gerkan, das aus seinem Büro gmp Architects stammt. Der auch von ihm in den siebziger Jahren entworfene Flughafen Tegel wird durch den neuen Hauptstadtflughafens BBI Schönefeld ersetzt. Auf der 60 Hektar großen bisherigen Fläche soll mit dem Projekt TXL+ eine nachhaltige Stadt entstehen.
Das weltweit bekannt gewordene Projekt Betterplace.org von Shai Agassi ist mit dem Aufbau und Service einer Infrastruktur für Elektroautos bemüht: Austausch der Batterien an entsprechenden Servicestationen, Leasingmodelle der Fahrzeuge ect. Der Glocalist schreibt dazu: E-Mobilität verkaufen, statt das ganze Auto. Man zahlt für die
gefahrenen Kilometer und um den Rest kümmert sich der Anbieter. Bisher
läuft dieses Modell erfolgsversprechend in Israel und man berichtet über
erste Venture in China. Die deutsche Autoindustrie hat Aufholbedarf,
meint Rolf Schuhmann von betterplace.com Hans-Josef Fell von den GRÜNEN spricht über Vollversorgung mit erneuerbare Energie, hierzu gibt es Unterstützung von dieser Studie: 100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050
Die Agenda des Green Venture Summit beinhaltete die Pitch Sessions, bei denen Gründer mit grünen
Geschäftsideen jeweils sieben Minuten Zeit hatten, potentielle
Investoren zu begeistern:
Die Sustain GmbH bietet eine Softwarelösung an, die es erlaubt, Nachhaltigkeitsberichte für
einzelne Produkte zu erstellen. Zusammen mit Kooperationspartner WeGreen ist eine Nachhaltigkeitsampel für Konsumenten in der Entwicklung,
die über den mobilen Zugriff mit einer Smartphone-Applikation abgerufen werden können. Solche Transparenzsysteme wird zukünftig ein wichtiger Einflussfaktor für Unternehmen, die über solche Maßnahmen Glaubwürdigkeit beweisen können: Sie wollen wissen ob ein Unternehmen
seine Mitarbeiter fair behandelt, sich um die Umwelt kümmert und etwas
für die Gesellschaft tut? Kurz: Sie wollen wissen wie "grün" oder
Nachhaltig ein Unternehmen ist. LOHAS.de begrüßt diese Form der Transparenz für Produkte im Handel und sieht dieses Projekt als eines der momentan wichtigsten und ernsthaftesten Umsetzungen. > WeGreen Video
Weitere Teilnehmer:
- Craig Davis von Tesla
Motors durfte nicht fehlen. Tesla verkaufte bis heute 11.000 Elektro-Sportwagen.
Ausser dem Showroom in München wird es in
Frankfurt/Main und Hamburg demnächst Tesla-Shops geben. Tesla Model S ab 2011 - Cogilux mit LED-Leuchtstoffröhren, die bis 50% weniger Strom gegenüber gängigen Leuchtstoffröhren verbrauchen
- Holger Giebel von TimberTower und die Türme von Windkraftanlagen aus Holz - Smart Metering bietet Nikolaus Starzacher von Discovergy: intelligente Stromzähler messen Strom im Haushalt
- e-moove stellt Stadtmöbel auf für Elektrofahrzeuge, die brauchen Ladestationen mit Ökostrom.
- phytolutions mit Kraft der Algen: Mikroalgen wachsen 20 mal schneller
als Landpflanzen. Kooperation mit RWE Übersicht aller Teilnehmer hier: greenvsummit.com speaker Der Green Venture Summit 2010 war die Auftaktveranstaltung einer neuen Kongressreihe, die mindestens einmal pro Jahr stattfinden wird. Jan Michael Hess und Sarik Weber verfolgen dabei eine langfristige Strategie zur Förderung der Green Economy. Junge Cleantech-Unternehmen sollen mit Marketingexpertise und Kapital unterstützt werden, um mit sauberen Produkten sowohl Unternehmen als auch Konsumenten zur Verhaltensänderung und nachhaltigem Konsum zu bewegen. |
| < zurück | weiter > |
|---|








