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WeGreen: Transparenz in der Konsumwelt | Drucken |  E-Mail
Montag, 30. August 2010
wegreenNachhaltigkeitsampel und Transparenz. Wie können wir den Konsumenten zu Einsichten (nur dies ist "nachhaltig") verhelfen und nicht nur Verhalten vorschreiben? Dazu ist Vertrauen notwendig, und genau dieses wurde verspielt und kann nicht so schnell wieder erlangt noch erkauft werden, weder über Werbe-Kampagnen noch durch PR > Greenwashing. Das Konsumthema ist allerdings nur der Einstieg in einen Paradigmawechsel, der alle Lebensbereiche und die globale Wirtschafts- und Finanzensysteme betrifft.

Eine Brücke zwischen Konsument und Unternehmen bilden Transparenzsysteme, indem Informationen über Produkte oder Dienstleistungen auf nachprüfbarer Grundlage z.B. vom Hersteller selbst veröffentlicht werden. Dadurch wird Vertrauen aufgebaut und dem Verbraucher eine Entscheidungsgrundlage gegeben. LOHAS.de unterstützt das Projekt von wegreen deshalb als eine der wichtigsten Schritte in der Weiterentwicklung der "Grünen Wirtschaft". Die Nachhaltigkeitsampel ist ein wirkungsvolles Instrument, welches ab sofort eine grundlegende Signalwirkung hat und reichlich Potenzial besitzt.

LOHAS leben einen wertbasierten Lebens- und Konsumstil, für sie gibt es neben Preis und Qualität eine neue Dimension der Markenorientierung: Ethik. Ihr Credo ist eine balancierte Lebensweise im Glauben an die Machbarkeit einer besseren Welt, die nicht durch Verzicht, sondern durch bessere Ideen, intelligente Technologien und aktivem Gemeinsinn erreicht wird.

 
„Im Lifestyle-Kapitalismus ist der Stil eines Menschen, seine Identität, unmittelbar verbunden mit den Dingen, die er konsumiert“, schreibt der Journalist Robert Misik. Wir kaufen nicht nur Dinge, sondern Sinn. Wenn das stimmt, dann hinterlässt die Forderung nach Konsumverzicht eine identitäre Leerstelle.
 


LOHAS ist das Phänomen einer Bewusstseinsveränderung um 180 Grad, denn es ist das Resultat der Einsicht, dass die Qualität des menschlichen Lebens einen intakten Planeten bedingt und dass Natur, Tiere und Menschen mitsamt ihren wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten voneinander abhängen (Interdependenz). Die wachsende LOHAS-Community tut dies seit zehn Jahren - beharrlich, selbstbestimmt und unaufgeregt. Sie protestiert und boykottiert nicht, sondern sucht sich achtsam und gut informiert jene Produkte und Dienstleistungen aus, die ihren strengen Kriterien von Gesundheit wie ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit entsprechen. Obschon meist gut ausgebildet und verdienend, ist Geld kein primäres Kriterium. Was sie dort mehr ausgibt wo es für sie zählt, spart sie an einem anderen Ort wieder ein. Ohne genügsam zu sein, übt sie Suffizienz und kultiviert das “weniger, aber besser”. 


Relevante CSR-Informationen für Konsumenten
smartphoneDas Prinzip der radikalen Transparenz wurde vom Harvard Professor David Goleman in seinem Buch: "Ökologische Intelligenz" beschrieben. Niemand braucht sich vor dem Begriff "radikal" fürchten, aber es wird auch niemanden mehr geben der sich einer transparenten Wirtschaftswelt entziehen kann. Es sind vor allem die ökologischen und sozialen Hintergründe die hier transparent werden. Die Geschichten der Produkte, ihrer Wertschöpfungsketten und die Produktionsweisen werden nach und nach aufgedeckt. Es ist lediglich eine Frage der Zeit wann und mit welcher grösseren Detailtiefe Informationen öffentlich werden.

Die Macht der Konsumenten wird Realität. Durch neue technologische Veränderungen und durch einen vorausgegangenen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel fangen die Konsumenten des 21. Jahrhunderts an, ihre Macht zu begreifen und zu nutzen.
Eine zentrale Rolle spielen dabei die Konsumenten, die ihre Kaufentscheidungen auf einer quantitativ größeren und qualitativ besseren Informationsgrundlage treffen. Die Frage, ob ein souveränerer Konsument seine Entscheidungsmacht nutzt, um Unternehmen in Richtung Corporate Social Responsibility (kurz CSR) zu bewegen, wird überprüft. Alle Aktivitäten der Unternehmen die versuchen Aspekte der Nachhaltigkeit zu integrieren werden im folgenden CSR genannt. Dabei werden die bereits existierenden Veränderungen der Konsumenten den Bemühungen der Unternehmen gegenübergestellt.

Wie Transparenz den Markt verändert
Eine der grundlegenden Theorien der Wirtschaftswissenschaften war die so genannte Konsumentensouveränität. Sprich die Annahme, dass die Konsumenten selbst am besten wissen, was “gut“ für sie ist. Innerhalb der Wirtschaftswissenschaften wurde diese Grundannahme  bereits durch zahlreiche Strategien des Marketings widerlegt. Außerhalb der Wirtschaftswissenschaften wurde von vornherein gesagt, dass die Konsumenten gar nicht wissen können, was richtig und gut für sie sei.

So zum Beispiel bei den sogenannten Vertrauenseigenschaften von Produkten. Dies sind Eigenschaften, die der Konsument vor und während der Nutzung eines Produktes gar nicht wahrnehmen kann und diese auch nur mit unverhältnismäßigem Aufwand überprüfen könnte. Eigenschaften also, bei denen einer externen Informationsquelle vertraut werden muss, wie zum Beispiel ob Produkte umweltfreundlich hergestellt oder unter fairen Arbeitsbedingungen produziert worden sind. Diese Eigenschaften fallen früher oder später auf den Konsumenten zurück, ob als Mitarbeiter in einem Unternehmen oder einfach als Bürger, der von negativen Umweltauswirkungen betroffen ist. Daher gehen wir davon aus, dass diese Informationen von Relevanz sind.
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Selbst bei Eigenschaften wie "Preis und Qualität" wird dem Konsumenten unterstellt, nicht vollkommen souverän zu handeln, da seine Informationsgrundlage meist nicht ausreichend ist. Bei den "Vertrauenseigenschaften" ist dies jedoch noch gravierender. Die Informationslücke der Konsumenten wird generell kleiner, wenn die Informationstransparenz größer wird. Aus Unternehmenssicht können alle Aktivitäten, die zur Erhöhung der Vertrauenseigenschaften führen, unter dem Begriff CSR (Corporate Social Responsibility) zusammengefasst werden.

Was passiert, wenn eine kritische Masse von Konsumenten Aspekte der Nachhaltigkeit in ihre Kaufentscheidungen integriert?
Die Konsumenten stehen den Unternehmen gegenüber. Viele Konzerne sind schon länger im Bereich CSR aktiv und bekunden ihr Interesse, Informationen darüber bereitzustellen. In einem zunehmend transparenten Markt ändern sich auch grundlegende Strukturen des Marketings. Erfolgreicher ist nicht länger das Unternehmen, welches auf trickreiche und manipulative Weise versucht, Transparenz zu verhindern. Da heutzutage alle Informationen zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar sind, setzt sich das Unternehmen am Markt durch, welches wahrheitsgemäß über Preis und Qualität der Produkte und Nachhaltigkeit des gesamten Konzerns Auskunft gibt. Und im Vergleich zu den anderen Unternehmen schließlich am besten dasteht. Die Auskunftsbereitschaft ist allerdings zuallererst eine Grundbedingung dieses Wandels. So bedingen sich Transparenz über CSR und  eine höhere Konsumentensouveränität wechselseitig.

Weiterführende Info:

Lohas-Guide.de - Info + Video
CSR-Reporting
Transparency.de
www.guardian.co.uk




 
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