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Köhler: Nachhaltiger Konsum sichert wirtschaftlichen Erfolg | Drucken |  E-Mail
Donnerstag, 26. Juli 2007
Rat für nachhaltige EntwicklungBundespräsident Horst Köhler hat in einer Grundsatzrede mehr Aufmerksamkeit für die Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung gefordert. Das verlangten nicht nur die knapper werdenden Ressourcen, sondern sei auch Voraussetzung dafür, „unsere wirtschaftlichen Erfolge dauerhaft zu sichern“.

Viele Verbraucher seien sich der „problematischen Auswirkungen“ der Globalisierung allerdings kaum bewusst, sagte das Staatsoberhaupt auf dem ersten deutschen Verbrauchertag Anfang Juli. „Wir kaufen zum Beispiel billige Fernseher und Turnschuhe aus China – und beklagen gleichzeitig, dass bei uns in Deutschland Arbeitsplätze verloren gehen“.

Köhler wies darauf hin, dass jedes Produkt „ein zweites, unsichtbares Preisschild“ trage. Dieser Preis werde zunächst nicht von den Käufern gezahlt, sondern gehe zulasten von Mensch und Umwelt in den Produzentenländern. Langfristig fielen diese Kosten jedoch auf die westeuropäischen Verbraucher zurück. „Wenn unsere Ernährungsgewohnheiten unnötigerweise tropischen Regenwald kosten, dann schadet das eben nicht allein den Brasilianern: Der Klimawandel macht uns überall zu schaffen“, sagte Köhler.

Die Verbraucher rief der Bundespräsident dazu auf, nicht nur auf ihr gegenwärtiges Wohlbefinden zu achten, sondern auch auf die Anliegen derer, „denen es viel schlechter geht als uns, und auf die Chancen zukünftiger Generationen“. Der Beitrag der Konsumenten in den westlichen Industrienationen zu einer nachhaltigen Entwicklung „müsste deutlich größer sein“. Nachhaltigere Konsum- und Lebensweisen seien dabei keine Frage des Geldes, sondern eine „Frage der Information und der richtigen Wahl“.

Hier komme die Politik ins Spiel, die die Verbraucher in ihrer Wahl durch die richtigen Rahmenbedingungen unterstützen müsse – etwa durch europaweit geltende Gütesiegel, durch die Waren aus nachhaltiger Produktion sofort erkannt werden können. Nur wer verlässliche Informationen habe, könne mit seinen Kaufentscheidungen Unternehmen belohnen, die gute Dinge unter Einhaltung hoher Umwelt- und Sozialstandards produzieren.

An die Unternehmen appellierte der Bundespräsident, nachhaltiges Wirtschaften „zur Chefsache“ zu machen und die Chancen von Selbstverpflichtungen zu erkennen und ernst zu nehmen. Köhler: „Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, sich für umweltschonende, fair gehandelte, tierfreundlich hergestellte Produkte zu entscheiden. Ich glaube, es wird sich lohnen.“

Der deutsche Verbrauchertag fand dieses Jahr zum ersten Mal statt und stand unter dem Motto „Verbrauchermacht und Verantwortung“. Köhler würdigte auf der vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) organisierten Veranstaltung auch die Arbeit der Ende Juli aus dem Amt scheidenden vzbv-Vorsitzenden Prof. Dr. Edda Müller. Sie habe als eine der Ersten erkannt, dass Verbraucherschutz nicht nur bedeute, die Verbraucher vor schlechter Qualität zu warnen, „sondern auch, sie und andere auf die Folgen ihrer eigenen Konsumgewohnheiten aufmerksam zu machen“. Müller war von April 2001 bis März 2007 Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung. Die Nachfolge als vzbv-Vorsitzender übernimmt ab August 2007 Gerd Billen.

Weitere Informationen:

Website zum deutschen Verbrauchertag

 

 
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