oekom research analysiert die Zukunftsfähigkeit von 50 Ländern. München, Februar 2008 – Norwegen, Schweden und Dänemark
führen die Rangliste des jährlichen Nachhaltigkeits Länderratings von
oekom research weiterhin an. Deutschland verschlechtert sich leicht von
Platz 8 auf 6. USA auf Platz 36. Schlusslichter sind Russland, Indien,
Südafrika und Pakistan.
Durch die massiven Kurseinbrüche der Aktienmärkte in den vergangenen
Tagen rücken festverzinsliche Wertpapiere wieder deutlicher ins
Blickfeld der Anleger. Aber welche Titel sind hier attraktiv?
In ihrem
Länderrating hat die Rating-Agentur oekom research die soziale und
ökologische Zukunftsfähigkeit von 50 Ländern als Emittenten von
Staatsanleihen analysiert. Grundlage der Bewertung sind elementare
Aspekte gesellschaftlicher Nachhaltigkeit, wie etwa das politische
System, die Gewährung von Menschenrechten, die Infrastruktur, das
Potential natürlicher Ressourcen sowie der effiziente Umgang mit
diesen. Primär bietet das Länderrating nachhaltig orientierten
Investoren eine Basis für ihre Investmententscheidung. „Unsere Analysen
der Stärken und Schwächen einzelner Staaten legen jedoch nicht nur aus
ethischer Sicht wichtige Aspekte offen, sondern geben auch
Anhaltspunkte für potenzielle wirtschaftliche und gesellschaftliche
Risiken“, erläutert Oliver Rüdel, Senior Analyst bei oekom research.
Deshalb interessieren sich zunehmend auch konventionelle Anleger für
das Länderrating.
Wie im Vorjahr sind Norwegen, Schweden und Dänemark die Spitzenreiter
der untersuchten 50 Staaten. Punkten konnten sie vor allem durch die
geringe Arbeitslosigkeit, hohe Ausgaben für Bildung und einen
Energiemix mit geringem Kohleanteil und einem vergleichsweise hohem
Engagement im Bereich erneuerbarer Energien.
Deutschland rangiert auf Platz 8 und liegt damit hinter Österreich
(Rang 5) aber vor Großbritannien und Frankreich (Ränge 12 und 15). „In
Deutschland schlagen das Engagement im Bereich Klimapolitik, ein
fortschrittliches Umweltrecht zum Beispiel bezüglich der Einspeisung
von Ökostrom sowie eine hohe Recyclingrate für Glas und Papier positiv
zu Buche“, so Rüdel. Kritik übt der Analyst an dem hohen Kohleanteil im
Energiemix, der fortschreitenden Flächenversiegelung durch Straßen und
Gebäude sowie an der hohen Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit.
Abgeschlagen im unteren Drittel liegen die USA auf Rang 36, hinter
Brasilen und Mexiko. „Abgesehen von ihrem politischen System, das
positiv zu bewerten ist, haben die Vereinigten Staaten Schwächen in
allen Bereichen“, so Rüdel. Hohe Rüstungsausgaben, Verschleppung und
Folter nach den Ereignissen des 11. September 2001, der Besitz von
Atomwaffen und der Vollzug der Todesstrafe zählen dazu. Negativ fallen
die USA auch durch ihre Weigerung auf, wichtige internationale Abkommen
wie das Kyoto Protokoll oder den UN-Sozialpakt zu ratifizieren. „Eine
neue US-Regierung hätte
die Chance, durch konsequente Schritte die Vereinigten Staaten
innerhalb der nächsten Jahre deutlich nach vorne zu bringen.“
Das Nachhaltigkeitsrating führt in der Gesamtbewertung aller
ökologischen wie sozialen Kriterien zu folgendem Ergebnis (Auswahl):
1. Norwegen
2. Schweden
3. Dänemark
5. Österreich
8. Deutschland
12. Großbritannien
16. Frankreich
17. Japan
36. USA
46. China
47. Russland
48. Indien
49. Südafrika
50. Pakistan
Das Länderrating von oekom research erfasst 50 Staaten: die
OECD-Mitglieder sowie weitere wichtige Volkswirtschaften in Asien und
Osteuropa. Es dient in erster Linie Investoren und Finanzdienstleistern
als Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Kapitalanlagen. Die
Rating-Agentur oekom research führt die Untersuchung seit 2001 jährlich
durch und beleuchtet dabei 150 ökologische und soziale Analysekriterien.
oekom research AG
Ines Markmiller, Corporate Communications
www.oekom-research.com
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