| Zur Lage der Welt 2009 | | Drucken | |
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Ein Planet vor der Überhitzung Der Klimawandel ist die größte Herausforderung für die Menschheit. Steigende Temperaturen und Tropenstürme, Überschwemmungen und Missernten, Wassermangel und politische Unruhen sind weitgehend die Folgen unseres Lebensstils in den Industrienationen – sie treffen aber besonders die Menschen in den armen Regionen der Erde. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um den Klimawandel einzudämmen, die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften und Ökosystemen zu stärken und den am schlimmsten Betroffenen eine Perspektive zu geben. Allerdings müssten die Treibhausgase deutlich gesenkt werden. Mit welchen Technologien, Verhaltensweisen, Institutionen und Abkommen können wir dies erreichen? Welche Möglichkeiten bieten zum Beispiel die Forst- und die Landwirtschaft, um den Gehalt von Kohlendioxid in der Luft zu reduzieren? Welche Ergebnisse müssen Ende 2009 auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen erzielt werden, damit eine Chance besteht, die schlimmsten Katastrophen abzuwenden? Noch ist Handeln möglich. Was getan werden muss, das beschreibt der Bericht "Zur Lage der Welt 2009" des renommierten Worldwatch Institute in Washington in seinem sechsundzwanzigsten Jahr. Zur Lage der Welt ist ein jährlich erscheinender Report des Worldwatch Institute in Washington. Diese Berichte sind seit vielen Jahren richtungsweisend in der Diskussion über eine nachhaltige Entwicklung. Das weltweite Ansehen hat sich das Worldwatch Institute durch seine präzisen Analysen, die Aktualität der Themen und nicht zuletzt durch sein Engagement für neue Ansätze und Sichtweisen erworben. Zum siebten Mal erscheint Zur Lage der Welt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch.
Mitherausgeber der deutschen Ausgabe sind Germanwatch und die Heinrich-Böll-Stiftung. Für die Heinrich-Böll-Stiftung sagte deren Vorstand Ralf Fücks bei der Vorstellung des Berichts:
Die politischen Weichen dafür müssen wir jetzt stellen: international durch ein Abkommen zur verbindlichen Reduzierung der CO2-Emissionen, bundesweit durch den Übergang zur grünen Marktwirtschaft. Es gibt Anzeichen dafür, dass die ökologische Modernisierung des Kapitalismus bereits begonnen hat: Dazu gehören die wachsende Nachfrage nach grünen Produkten sowie die sprunghafte Steigerung der Investitionen in erneuerbare Energien und umweltfreundliche Technologien. Damit die ökologische Wende gelingen kann, braucht sie einen klaren politischen Ordnungsrahmen, eine konsequente ökologische Steuer- und Industriepolitik. Wer heute vor den Beharrungskräften der Energiekonzerne oder der Autoindustrie kapituliert, sollte zum Klimaschutz besser schweigen. "Für ein radikales Umdenken von Politik und Wirtschaft plädierte auch Chris Flavin, Präsident des Worldwatch Institute in Washington:
Eine neue, nachhaltige Wirtschaftsweise muss auf der Erkenntnis beruhen, dass die menschliche Ökonomie Teil eines großen weltweiten Ökosystems ist: Sie kann aber die Fähigkeit der Märkte nutzen, knappe Ressourcen geschickt zu verteilen." Regierungen dürften hohen Ressourcenverbrauch und Umweltzerstörung nicht auch noch durch Subventionen belohnen, so Flavin weiter: "Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen." Kristina Steenbock, stellvertretende Vorsitzende von Germanwatch, betonte die Macht der Konsumenten: "Ein guter Markenname ist ein harter ökonomischer Faktor, gerade für Unternehmen, die im konsumnahen Bereich tätig sind. Der deutliche Trend zu mehr Nachhaltigkeit ist deshalb auch ein Ergebnis veränderter Verbrauchererwartungen an die Wirtschaft." Den Vorwurf, dass Unternehmen nur "Greenwashing" betreiben, wenn es um Nachhaltigkeit gehe, lässt Steenbock nur in Einzelfällen gelten: "Es gibt in fast jeder Branche ernstzunehmende Ansätze für nachhaltiges Wirtschaften. Ein Umdenken, das auch auf zivilgesellschaftlichen Druck zurückzuführen ist." Quelle: www.boell.de |
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