Während die Vorräte an fossilen Treibstoffen schrumpfen und der Ausstoß von Treibhausgasen den Klimawandel vorantreibt, werden alternative Pkw-Antriebe immer bedeutender. Entsprechend entwickeln sich Elektroautos von der Nischenanwendung langsam aber sicher zum Standardprodukt. Im Zuge der Bestrebungen, Fahrzeuge und Strom aus einer Hand zu bieten, eröffnen sich Chancen für Energieversorger, die Automobilbranche und Finanzunternehmen gleichermaßen.
Angesichts der Energieproblematik bleibt den OEMs keine andere
Wahl, als sich dem Trend hin zu elektrisch betriebenen Pkw
anzuschließen. Zusätzliche Motivation könnten innovative
Finanzierungsmodelle sowie die erfolgreiche Einführung der
Lithium-Ionen-Batterie liefern, die die gesamte Automobilindustrie
revolutionieren dürfte.
Auf Initiative der Elektroautohersteller und unterstützt durch die OEMs
könnte das Batterie-Leasing möglicherweise zur Strategie der Wahl
werden. Dann bleibt abzuwarten, wie die Verbraucher auf dieses
unkonventionelle Finanzierungsmodell reagieren. Neben den Chancen, die
sich aus dem Batterie-Leasing ergeben, profitiert der Markt von
Regierungsmaßnahmen auf nationaler und regionaler Ebene, die auf Basis
von Gesetzen, Begünstigungen und Rabatten darauf abzielen, den OEMs
eine marktgerechte Preisgestaltung zu ermöglichen.
“Eine entscheidende Rolle wird spielen, in welchem Maße die Verbraucher
das Leasing-Modell akzeptieren und welchen Nutzen sie daraus ziehen”,
kommentiert Anjan Hemanth Kumar, Research Analyst bei Frost &
Sullivan. “Parallel dazu sind technische Verbesserungen bei den
Batterien unerlässlich. Erhöht sich die Reichweite, erweitert sich auch
der Kundenstamm über die Stadtgrenzen hinaus. Eine Batterie mit 150 km
Reichweite macht das Elektroauto auch für die Bevölkerung der Vorstädte
und der Nachbarorte interessant, bei 250 km Reichweite zählt dann auch
die Landbevölkerung zur potentiellen Zielgruppe“.
Auftrieb erhält der Europamarkt für Elektroautos außerdem durch die
zunehmende Verbreitung der Innenstadtmaut. London hat ein solches
System bereits für spritfressende Fahrzeuge etabliert. Und auch in
anderen europäischen Metropolen sollen Staugebühren zwischen 1 und 25
Euro eingeführt werden. Dank dieser Direktiven dürften auf Europas
Straßen bis zum Jahr 2015 schon mehr als 250.000 Elektroautos fahren.
“Bis 2012 werden Elektroautohersteller vor allem Verkehrshotspots wie
London, Stockholm, Oslo und Rom ins Visier nehmen”, so Kumar. “Damit
werden Großbritannien, Skandinavien und Italien gemeinsam mit
Frankreich und Spanien voraussichtlich 93 Prozent des europäischen
Gesamtmarkts ausmachen. Sobald die Hersteller sich allerdings stärker
um das Thema Sicherheit kümmern und ihr Produktspektrum ausbauen,
werden auch die geographischen Grenzen weiter gesteckt“.
Um ihre Umsätze zu steigern, werden OEMs und damit verbundene
Unternehmen auf unterschiedliche Finanzierungskonzepte zurückgreifen.
Am ehesten durchsetzen dürfte sich das Leasing-Modell, das laut
Prognose im Jahr 2015 einen Marktanteil von 75 Prozent auf sich
vereinen wird. Parallel dazu ist davon auszugehen, dass größere OEMs
ihren kleineren Konkurrenten in den kommenden sieben Jahren ein gutes
Stück von ihrem Anteil am Markt für elektronisch betriebene Pkw
abnehmen werden.
“Die OEMs werden in sämtlichen Kundensegmenten konkurrieren – von
Economy bis Premium --, und die Preise für ein Elektroauto werden
zwischen 11.000 und 348.000 Euro liegen” sagt Kumar. “Mit einem
Elektroauto können sich im Vergleich zum konventionellen Pkw in Zukunft
voraussichtlich 150 bis 700 Euro pro Monat einsparen lassen – ein
durchaus gewichtiges Argument für potenzielle Käufer“.
Markus Pflegerl - wattgehtab.com
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