Jeder Mensch ist von Geburt an Teil von verschiedenen Netzwerken. Netzwerke haben eine hohe Komplexität und sind gleichzeitig erstaunlich einfach. In zwischenmenschlichen Beziehungen gilt zum Beispiel: Was ich anderen Menschen gebe, was ich ihnen Gutes oder weniger Gutes tue, kommt zu mir zurück. Oft auch viel später oder aus einer ganz anderen Ecke - aber es kommt zurück! "Arbeit ist sichtbar gewordene Liebe." Khalil Gibran
Immer wieder treffe ich auf Menschen, die denken, dass Gras schneller wächst, wenn man daran zieht! Menschen, die ständig nur auf ihren eigenen Vorteil schauen, berechnend handeln und sich dann wundern, warum sie kein wohlwollendes, hilfsbereites Netzwerk um sich herum haben. Diese Menschen sagen dann: "Networking ist mühevoll und ineffizient." Und das stimmt, zumindest für die, die immer mehr nehmen als geben wollen!
Der so genannte Frust-Networker hat ein ausgeprägtes Mangeldenken: "Kunden sind nur beschränkt vorhanden, Ressourcen sind knapp, Möglichkeiten sind begrenzt.
Der Kuchen hat immer nur 12 Teile. Und es gibt nur einen Kuchen.
Der Frust-Networker denkt, dass das Einzige, was er anderen Menschen geben kann, seine Produkte und Dienstleistungen sind. Er hält vieles von dem zurück, was wahrhaftes Networking ausmacht: Inspiration, Ideen, Kontakte, Informationen, Ermutigung und Empathie. Und wenn er etwas davon gibt, dann nur der Anerkennung wegen oder um etwas Bestimmtes damit zu erzielen. Die Konsequenz eines solchen Handelns formulierte Kahlil Gibran mit dem treffenden Satz: "Sein verborgener Wunsch wird die Gabe verderben." Ein Frust-Networker ist gedanklich so sehr mit sich und seinem eigenen Erfolg beschäftigt, dass es ihm schon als Zeitverschwendung vorkommt, an die Bedürfnisse und Wünsche der anderen auch nur zu denken. Er hat etwas Vampirartiges an sich: unstillbar gierig, mit besessenem Blick und immer auf dem Sprung, blitzschnell zuzubeißen!
Ein Lust-Networker hat sich vom Mangeldenken verabschiedet, zieht nicht mehr am Gras und bezieht den Erfolg anderer in sein Denken mit ein. Die Frage, mit der er Networking betreibt, lautet nicht nur "Was können die anderen für mich tun?",
sondern auch:
Was kann ich für die anderen tun?
Ein Lust-Networker macht sich im Vorfeld Gedanken, wenn er einen Kontakt knüpfen möchte: Welche Informationen könnten für diesen Menschen interessant sein? Habe ich selbst solche Informationen? Oder kenne ich jemanden, der solche Informationen hat? Welche Kontakte könnten für ihn interessant sein? Habe ich selbst solche Kontakte? Oder kenne ich jemanden, der solche Kontakte hat? Welche Ideen könnten ihn weiterbringen? Ideen für seine Karriere? Ideen für seine Lebensfreude? Ein Lust-Networker hat Freude am Unterstützen anderer und kann Unterstützung wertschätzend annehmen. Er hat Spaß an der Kommunikation mit anderen Menschen, ist aufgeschlossen, experimentierfreudig und neugierig. Er begreift Networking als spielerischen Prozess, in dem es darum geht, sich selbst und andere besser kennen zu lernen. Ein Prozess, in dem es darum geht, selbst von Herzen zu geben!
Ein Lust-Networker stellt sich auch immer die Fragen: Wer fasziniert mich? Wer ist mir sympathisch? Worauf habe ich wirklich Lust? Mit wem möchte ich was wann gerne machen? Für einen Lust-Networker ist das Networking nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ein bereichernder Teil seines eigenen Lebens!
nach oben
|