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Die Welt von Förster & Kreuz | Drucken |  E-Mail
foerster-kreuz Das hatten sich einige so schön ausgerechnet: Wenn die Globalisierung schon unvermeidlich ist, dann wenigsten mit klarer Rollenverteilung. Will heißen: Im Osten werden die langweiligen Jobs gemacht. Im Westen finden die Innovationen statt. Im Osten wird gelocht und geheftet und werden Anrufer vertröstet. Im Westen wird am Schluss die Sahne abgeschöpft. Im Osten sind die fleißigen Hände zu Hause. Im Westen wohnen die schlauen Köpfe.

Zu dumm: Dieses Modell der klaren Rollenverteilung landet gerade auf dem Friedhof der Illusionen. Wer Beweise möchte, braucht sich nur mit dem indischen Manager Vineet Nayar zu unterhalten. Zugegeben, die Firma HCL, dessen CEO Vineet ist, sagte uns bisher genauso wenig wie wahrscheinlich Ihnen. Aber als wir Ende letzten Jahres in London ein Seminar mit Marshall Goldsmith besuchten, machte uns der Executive Coach und Bestsellerautor auf das indische IT-Unternehmen und dessen Chef Vineet Nayar aufmerksam. Und was wir dann herausgefunden haben, hat uns wirklich schwer beeindruckt!

Nayar denkt gerade über die Neuerfindung des Managements für das 21. Jahrhundert nach. Seine Überzeugung: Veränderung beginnt immer beim Chef. Nayar hat bei HCL schon einige radikale Ideen umgesetzt, bei denen einem schier die Spucke wegbleibt. Beispiel Mitarbeiterbeurteilung. Ein alter Hut? Nayar hat den Spieß einfach ungedreht: Bei HCL beurteilen die Mitarbeiter ihre Chefs. Und das nicht nur regelmäßig, sondern auch öffentlich. So können alle Mitarbeiter sehen, dass das Zeitmanagement des Chefs in den Augen seiner Mitarbeiter mit 3,6 von 5 Punkten kein Ruhmesblatt ist. So was spornt an, als erstes an sich selbst zu arbeiten.

Nayar investiert außerdem rund sieben Stunden pro Woche, um auf einem für alle einsehbaren Online-Forum Fragen der Mitarbeiter zu beantworten. Wissen teilen mal nicht als Absichtserklärung, sondern als gelebte tägliche Praxis.

Eine andere Lieblingsidee des indischen Managers besteht darin, dass jeder Mitarbeiter Beschwerden – sei es über eine ausgefallene Klimaanlage oder über zu wenig Gehalt (!) – genauso per E-Mail abschicken kann wie jeder externe Kunde. Die Besonderheit: Nur der betroffene Mitarbeiter kann den Beschwerdevorgang schließen. Das macht Druck. Nayar ist überzeugt: Mitarbeiter stehen an erster Stelle. Aber anders als so viele andere vertritt er diese Position auch selbstbewusst gegenüber Kunden.

Mutig, konsequent und selbstbewusst. Vineet Nayar ist ein Innovator aus einem Land, an das in unseren Breiten nach wie vor die wenigsten denken, wenn es um die Revolutionierung des Managements geht. Das dürfte sich bald ändern. Längst haben wir einen globalen Markt für Innovationen. Das nächste Führungskonzept mit weltweitem Einfluss kommt vielleicht aus Singapur. Oder Mexiko. Oder Indien. Übrigens hat Nayar auch eine Haltung zum Thema Schleimen: „Bei uns ist es der Manager, der versucht, bei seinen Mitarbeitern gut angeschrieben zu sein ...“

» Homepage von HCL Technologies Ltd
» Vineet’s Blog
» BUSINESS-WEEK: The Employee Is Always Right

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Vineet Nayar - HCL Technologies Ltd
Vineet Nayar - HCL Technologies Ltd
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Manifest von Förster & Kreuz

Wirtschaft ist bunt, Wirtschaft ist aufregend, ansteckend, energiegeladen. Ein Zeitalter ist zu Ende gegangen. Wirtschaft war trist, langweilig, grau. Wirtschaft war von Zahlenkolonnen dominiert. Von kühlen Rechnern und knallharten Verhandlern. Von beharrlichen Verwaltern und stoischen Machtpolitikern. Klar, uns begegnen noch überall die Relikte dieser Epoche: Kontrollsüchtige Kleingeister und Erbsenzähler, eingefrorene Gesichter, emotionslos, rückwärtsgewandt, langsam. Sie töten jeden Funken Energie. Sie sehen nur Werte, die man anfassen kann. Und das auch nur im Rückspiegel.

Wir ticken anders. Wir blicken lieber nach vorn. Ein neues Zeitalter hat begonnen. Wirtschaft ist bunt, aufregend, ansteckend, energiegeladen. Ihre Basis sind Talent, Inspiration, Ideen. Ihr Motor sind Leidenschaft, Begeisterung, Spaß. Ihr Lohn sind Erfüllung, Freude, Sinn. Und nein, wir meinen hier nicht nur gemeinnützige Organisationen oder die Kostenloskultur von Wikipedia & Co. Wir sprechen von verdammt erfolgreichen Unternehmen, in denen verdammt erfolgreiche Menschen jede Menge Geld verdienen. Ohne tagtägliche Quälerei, einfach so. Diese Unternehmen haben eine gemeinsame Leidenschaft und einen verbindenden Sinn. Die Mitarbeiter haben Spaß und das Gefühl, etwas zu bewegen. Jeder, wirklich jeder kann etwas beitragen. Niemand hat Scheu, den Mund aufzumachen. Solche Unternehmen hinterlassen Spuren, statt nur Staub aufzuwirbeln.


 
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