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Grün leben - nachhaltig konsumieren | Drucken |  E-Mail
Kuenast"Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher wollen nachhaltig konsumieren. Immer mehr wollen die nachhaltigen Produkte auch erkennen können", lautete das Fazit von Renate Künast auf der Verbraucherkonferenz "grün leben – nachhaltig konsumieren" der Bundestagsfraktion. Mit ihren Thesen "Anders produzieren, anders konsumieren, besser leben" skizzierte sie die notwendigen Akzente, damit die Konsumwelt von Morgen grüner und fairer wird.

Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin
der grünen Fraktion, stellte ihren Vorschlag eines Nachhaltigkeitssiegels zur Diskussion. Das neue Verbrauchersiegel soll Licht in den Dschungel der ökologischen und sozialen Kriterien bringen. Zwölf Aspekte sollen für alle Produkte gelten:
  • Ökologie: emissionsarm, energieeffizient, erneuerbar, ressourcenschonend
  • Verbraucherfreundlichkeit: klare Verbraucherinformationen, hoher Nutzwert, faire Geschäftspraktiken, langlebig
  • Soziale Gerechtigkeit: Einhaltung der Menschenrechte, Arbeitsbedingung, fairer Handel, Dialog mit der Zivilgesellschaft
Maisch_u_a

Im Berliner Kino "Blow Up" wurde die Konferenz von der grünen Fraktionsvorsitzenden Renate Künast eröffnet. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm "China Blue", der sich mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen in einer chinesischen Textilfabrik beschäftigt.

Der Bereichsleiter für strategischen Einkauf der REWE Group, Dr. Ludger Breloh, sprach den kritischen Initiativen der letzten Jahre seine Anerkennung dafür aus, dass sie als Treiber für eine Umstellung auf Nachhaltigkeit aktiv sind. Er forderte, dass die Händler ihre Verantwortung auf die gesamte Wertschöpfungskette ausweiten müssen. Der Erkennbarkeit nachhaltiger Produkte und der Gestaltung der Sortimente komme eine Schlüsselrolle zu.

Der Journalist und Buchautor Peter Unfried beschrieb sein neues ökologisches Bürgertum, ein "Ökotum", das den individuellen Lebensstil mit kollektiven Bedürfnissen verknüpft und eine neue Klimakultur hervorbringt. Der ökologische Faktor soll in den Alltag integriert werden. Gerade die derzeitige Krise schaffe auch kreative Räume dafür.

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Grüne Vebraucherkonferenz

Nachhaltiger Konsum in der Finanzkrise
Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gesellschaft anschließend in kleineren Foren wie nachhaltiger Konsum in den Mainstream kommt, welche Lügendetektoren gegen sogenanntes Greenwashing errichtet werden können, ob es ein grünes Leben nur für Reiche gibt und welche verbraucherpolitischen Herausforderungen die Finanzkrise bereit hält. Überhaupt zog sich die Finanzkrise wie ein Faden durch die Verbraucherkonferenz. Transparenz und Glaubwürdigkeit wurden mehrfach angesprochen. Bessere Regulierung und die Absage an ein provisionsorientiertes Bankenmodell wurden eingefordert.

Die Abschlussrunde mit dem Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands Gerd Billen, mit Thomas Ilka vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag und mit der verbraucherpolitischen Sprecherin der Grünen Nicole Maisch, lotete die Reichweite der Verbrauchermacht aus. Für Thomas Ilka ist das Abwägen von – auch widerstreitenden - Interessen Ausdruck der persönlichen Freiheit. Gerd Billen forderte von der Politik ein Signal für nachhaltiges Konsumieren. Die lebhafte Diskussion über politische Maßnahmen reichte von der Novelle des Verbraucherinformationsgesetzes, über Produkt- und Unternehmenssiegel bis zur Einrichtung neuer Marktwächter auf den Finanz- und Energiemärkten. Die aus den verschiedenen Foren zusammengetragenen Thesen fanden anschließend den Beifall der Konferenzteilnehmerinnen und –teilnehmer.

Die grüne Bundestagsfraktion wird die gesellschaftliche Diskussion unter Einbeziehung von Initiativen, Verbänden und Wirtschaft weiterführen, um hier zu produktiven Ergebnissen zu kommen. In den folgenden Monaten sollen einheitliche Kriterien eines Verbrauchersiegels zur Nachhaltigkeit unter Einbeziehung verschiedener gesellschaftlicher Akteure debattiert werden. Eine Politik mit dem Einkaufskorb soll damit einfacher möglich werden.

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Grün leben - nachhaltig konsumieren
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